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Verträge & Fixkosten

Handytarife, Festnetz und DSL: Wo du jeden Monat Geld verlierst – und wie du es zurückholst

Kaum ein Vertrag läuft so lange unbemerkt weiter wie der fürs Handy oder den Internetanschluss. Die gute Nachricht: Seit der Reform des Telekommunikationsgesetzes kommst du viel leichter heraus, hast Anspruch auf das bezahlte Tempo und behältst deine Nummer kostenlos. Hier steht, wie du das nutzt.

Pirate Deals Redaktion 4 Min. Lesezeit
Titelbild: Handytarife, Festnetz und DSL: Wo du jeden Monat Geld verlierst – und wie du es zurückholst

Kurz gesagt

  • Nach der Mindestlaufzeit ist jeder Handy-, DSL- und Festnetzvertrag monatlich kündbar. Alte Verträge kosten oft deutlich mehr als aktuelle Tarife.
  • Ist dein Internet dauerhaft langsamer als vereinbart, darfst du weniger zahlen oder kündigen. Beweisen lässt sich das mit der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur.
  • Beim Anbieterwechsel darf die Leitung höchstens einen Arbeitstag ausfallen, und die Rufnummernmitnahme ist seit Dezember 2021 kostenlos.

Wo das Geld verloren geht

Alte Verträge. Wer seinen Tarif vor Jahren abgeschlossen hat, zahlt oft mehr als Neukunden für mehr Leistung. Anbieter senken die Preise bestehender Verträge selten von selbst.

Zu viel Datenvolumen – oder zu wenig. Schau in die Einstellungen deines Smartphones, wie viel du wirklich im Monat verbrauchst. Wer 50 Gigabyte bezahlt und 8 nutzt, verschenkt Geld – wer ständig Zusatzpakete nachkauft, auch.

Das Smartphone im Vertrag. Ein „Handy für 1 Euro“ ist selten günstig: Die Kosten stecken in der Monatsgebühr. Rechne immer die Gesamtkosten über die Laufzeit – Grundgebühr mal Monate plus Anschlussgebühr und Zuzahlung – und vergleiche sie mit einem günstigen Tarif plus separat gekauftem Gerät.

Doppelte Anschlüsse. Ein eigener Festnetzanschluss neben DSL ist heute fast immer überflüssig: Telefonie über den Internetanschluss ist bei den meisten Tarifen schon dabei.

Gemietete Router. Wer seit Jahren Monat für Monat Miete für einen Router zahlt, hat ihn oft längst mehrfach bezahlt. Seit 2016 gilt die Routerfreiheit: Du darfst ein eigenes Gerät verwenden.

Deine Rechte seit der Reform des Telekommunikationsgesetzes

Situation Was gilt
Mindestlaufzeit höchstens 24 Monate
Nach der Mindestlaufzeit jederzeit mit einem Monat Frist kündbar
Vor Vertragsschluss Anspruch auf eine Vertragszusammenfassung
Internet dauerhaft zu langsam Preis mindern oder kündigen
Anbieterwechsel Ausfall höchstens einen Arbeitstag, sonst Entschädigung
Rufnummernmitnahme seit 1. Dezember 2021 kostenlos
Umzug, Anbieter liefert dort nicht Kündigung mit einem Monat Frist

Vertragszusammenfassung: Bevor du einen Vertrag abschließt, muss der Anbieter dir eine Zusammenfassung in Textform geben. Schließt du am Telefon ab und bekommst sie erst danach, wird der Vertrag erst wirksam, wenn du ihn in Textform bestätigst. Das schützt vor untergeschobenen Verträgen.

Zu langsames Internet: Liegt die Geschwindigkeit dauerhaft deutlich unter dem Vereinbarten, darfst du den Preis mindern oder kündigen. Den Nachweis führst du mit der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Das gilt auch für Mobilfunk – dafür gibt es eine eigene App.

Ausfälle: Fällt dein Anschluss komplett aus und wird die Störung nicht behoben, steht dir ab dem dritten Tag nach der Meldung eine Entschädigung zu: 10 Prozent der Monatsgebühr, mindestens 5 Euro pro Tag, ab dem fünften Tag 20 Prozent, mindestens 10 Euro.

So zahlst du weniger

  1. Rechnung prüfen: Was zahlst du, was nutzt du? Grundgebühr, Optionen, gemietete Geräte, Zusatzpakete.
  2. Mit aktuellen Tarifen vergleichen: Auch günstige Anbieter nutzen die großen Netze. Prüf die Netzabdeckung an deinem Wohnort, bevor du wechselst.
  3. Kurz binden: Tarife ohne Mindestlaufzeit kosten oft kaum mehr und lassen dich jederzeit wechseln.
  4. Mit dem Anbieter reden: Wer kündigt, bekommt oft ein Angebot, um zu bleiben. Vergleiche es mit dem Neukundenpreis der Konkurrenz, bevor du zusagst.
  5. Smartphone separat kaufen: An Aktionstagen sind Geräte oft deutlich reduziert – und du bist nicht zwei Jahre an einen Tarif gebunden.

Kündigen ohne Stress

  • Kündigungsbutton nutzen: Hast du den Vertrag online abgeschlossen, muss der Anbieter auf seiner Website einen gut sichtbaren Button zum Kündigen anbieten.
  • Nummer mitnehmen: Beauftrage die Rufnummernmitnahme beim neuen Anbieter, am besten mit genug Vorlauf vor dem Vertragsende.
  • Drittanbietersperre einrichten: Sie verhindert, dass über die Handyrechnung ungewollte Abos abgebucht werden. Einrichten kannst du sie kostenlos beim Anbieter.
  • Bestätigung aufheben: Die Kündigungsbestätigung ist dein Nachweis, falls doch weiter abgebucht wird.

Unser Fazit

Bei Handy, DSL und Festnetz lohnt ein jährlicher Blick auf Rechnung und Vertrag. Nach der Mindestlaufzeit bist du flexibel, für zu langsames Internet musst du nicht voll zahlen, und deine Nummer nimmst du kostenlos mit. Wer seine Fixkosten weiter senken will, schaut als Nächstes auf den Abschlag für Strom und Gas.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Handyvertrag nach zwei Jahren monatlich kündigen?

Ja. Verträge dürfen höchstens 24 Monate Mindestlaufzeit haben. Verlängern sie sich danach automatisch, kannst du jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen. Das gilt für Handy-, Festnetz- und Internetverträge.

Was kann ich tun, wenn mein Internet zu langsam ist?

Wenn die Geschwindigkeit dauerhaft deutlich unter der vereinbarten liegt, darfst du den Preis mindern oder den Vertrag kündigen. Den Nachweis führst du am einfachsten mit der kostenlosen Breitbandmessung der Bundesnetzagentur – für Festnetz am Computer, fürs Handy per App.

Kostet die Mitnahme meiner Handynummer etwas?

Nein. Seit dem 1. Dezember 2021 dürfen Anbieter für die Rufnummernmitnahme keine Gebühr mehr verlangen. Du beauftragst sie über den neuen Anbieter. Klappt der Umzug der Nummer nicht rechtzeitig, steht dir eine Entschädigung zu.

Pirate Deals Redaktion

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